Wasser - Quell des Lebens
Das magische Molekül

Keine vergleichbare Flüssigkeit hat die Menschen seit allen Zeiten mehr fasziniert, erstaunt, bewegt und auch verängstigt ob seiner gewaltigen Kräfte. Wasser war, ist und wird immer da sein auf dieser Erde solange es Leben gibt. Wasser vermag Informationen zu speichern und ist so gesehen Gedächtnis, Gesicht, Geist, Körper und Geschichte unseres Planeten. Kein Stoff wurde besser und gründlicher untersucht. Das Wasser ist eine äusserst komplexe Substanz, es gibt kaum eine Eigenschaft, die normal genannt werden könnte und die wir richtig verstehen. Und dabei müsste es eigentlich erheblichen Verständnisbedarf geben. Denn diese unnormale Flüssigkeit ist untrennbar mit unserer irdischen Biosphäre verbunden.

   Das Leben entstand im Wasser, hielt sich erdgeschichtlich gesehen fast nur dort auf, und kann bis heute keine Sekunde ohne Wasser existieren. Wasser ist an allen Stoffwechselprozessen in irgendeiner Art und Weise beteiligt, bei der Entstehung von Leben und Wachstum, in der Verdauung und Umwandlung von Stoffen und selbst beim Tod wird kein Tropfen vergeudet.Wasser löst Salze, transportiert Nährstoffe und stabilisiert das Erdklima. 


Wasser ist eine Hochleistungssubstanz, der keine andere Flüssigkeit gleichkommt weder in Quantität noch Qualität auf dieser Erde, die eigentlich Wasser heissen müsste.1460 Millionen Kubikkilometer H20 bedecken fast dreiviertel der Oberfläche unseres Planeten. Über 11'000 Kubikkilometer schweben ständig als Dampf in der Luft und werden pro Jahr durchschnittlich 37mal durch Niederschläge und Verdunstung umgewälzt.



Jeden Tag setzen Pflanzen 300 Millionen Tonnen Wasser um: zur Verdunstung und bei der Photosynthese als chemischen Rohstoff für energiereiche Kohlenwasserstoffe und damit auch für die tierische und menschliche Nahrung. Das Leben hat sich "was Wunder" optimal auf die Eigenschaften seines fundamentalsten Bestandteils eingestellt.


Die Erde besteht zu 70% aus Wasser, der Mensch besteht zu 70% aus Wasser, das Blut besteht zu mind. 70% aus Wasser, das menschliche Gehirn und somit auch unser Gedächtnis besteht zu rund 70% aus Wasser (es ist zu erwähnen das die Zahl 7 eine göttlich Zahl darstellt).

Sogar in unseren vermeintlich trockenen Knochen sind noch rund 22% Wasser gespeichert. Durch Atmung, Schweiss und Ausscheidungen geben wir täglich zweieinhalb Liter Wasser ab.
Wen wundert`s, dass die Reinigungs- und Stoffwechsel in unserem Körper nicht richtig funktionieren und daraus letztendlich vielerlei Beschwerden und Krankheiten entstehen, nur weil wir uns zuwenig von diesem kostbaren Nass gönnen, oder irgendwelches Wasser verunreinigt mit Unmengen von Zucker, künstlichen Süss-, Farb- und Geschmacksstoffen in uns hineinkippen, einer Müllhalde gleich (mit den Meeren machen wir`s ja genauso...). 

Um den Wasserhaushalt des Körpers auszugleichen müssen wir täglich 2,2 Liter direkt mit Speis und Trank aufnehmen im Laufe unseres Lebens sind das zwischen 55'000 und 65'000 Liter. Das es sich angesichts dieser Mengen lohnt, auf beste Qualität zu achten, bei allem was wir zu uns nehmen, versteht sich von selbst.

 

Das mit der Nahrung aufgenommene Wasser wird mit dem Sauerstoff der Luft dem Abfall Produkt der Photosynthese auf kaltem Weg zu Wasser verbrannt. Dieser Prozess setzt die einst von den Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie wieder frei (nebenbei: Algen sind wahre Meister im Speichern von Sonnenlicht und daher bilden sie für uns eine so wertvolle Nahrungsergänzung). So werden durchschnittlich täglich 1800 Kilokalorien Energie freigesetzt. Sie würden, als reine Wärme, unsere Körpertemperatur auf ca. 63 Grad Celsius erhöhen und uns damit einen fiebrigen Tod bereiten, wenn nicht ein Netzwerk verschiedenster biochemischer Reaktionen für eine konstante Körpertemperatur sorgen würde. Auch an diesem Regelprozess ist stets Wasser beteiligt. Selbst komplizierte Moleküle in unseren Zellen, wie z.B. die Erbsubstanz DNA - unser Bauplan würden ohne Wasser ihre biologische Wirksamkeit verlieren.


 Kein anderes Molekül spielt eine so zentrale Rolle auf der Bühne des Lebens, wie der Atomverbund H2O. Wer denkt schon  bei einem Schluck Wasser daran, dass wir uns damit auch einige Gramm kosmischer Urmaterie hinter die Binde giessen. Denn der Wasserstoff als solches einer der beiden elementaren Bestandteile von H2O, ist ein schätzungsweise 20 Milliarden Jahre altes kosmisches Fossil sozusagen das Gebräu der allerersten Stunde.


Das Wasser ist der Freund und die Mutter des Lebens und es wird allerhöchste Zeit das wir es auch als solches behandeln. 


Wasser ist so bewundernswert in seiner Universalität - in seiner demokratischen Gleichheit und Konstanz gegenüber seiner Natur, in dem es sich seine eigene Oberfläche suchte - seine riesige Ausdehnung als Ozean - die Rastlosigkeit seiner Wellen und Oberflächenpartikel, die umsichtig alle Punkte seines Gestades besuchen - die Unabhängigkeit in seiner Einheit - seine Vollkommenheit in seiner Trinität - die Variabilität seiner Zustandsformen, und derjenigen der Meere - seine hydrostatische Ruhe bei Windstille - seine hydrokinetische Geschwollenheit bei Springfluten - seine Gelassenheit nach Verheerungen - sein Vermögen edelste Metalle aufzulösen und in Lösung zu halten - seine langsame, unaufhaltsame Erosion von Halbinseln und Inseln - seine Unerschütterlichkeit in Lagunen und Bergseen - seine gewaltigen Kräfte bei Seebeben, Wasserhosen, Eruptionen, Strudeln, Hochwassern, Sintfluten, Wolkenbrüchen und artesischen Brunnen... sein geheimes Vorhandensein in Quellen - die Einfachheit seiner Zusammensetzung - sein Vermögen zu Reinigen, Durst und Feuer zu löschen, die Vegetation zu Nähren - seine Metamorphosen als Dunst, Nebel, Wolke, Regen, Graupel, Hagel und Schnee - seine All Gegenwärtigkeit in der Ewigkeit des Lebens. 



 
  

Auszüge aus dem Hohelied des Wunderstoffes Wasser
aus dem Roman Ulysses von James Joyce

Unsere Erde und das Leben
  Eine kurze Geschichte von einer lange Zeit der Entstehung des Lebens.